Polier Weiterbildung 2026: Weg, Dauer, Kosten und Lohn

Der Weg in Kürze
Polier wirst du mit einer eidgenössischen Berufsprüfung. Zugelassen bist du mit einem EFZ als Maurer, Strassenbauer oder Bauwerktrenner und fünf Jahren auf dem Bau, zwei davon in einer Führungsrolle, meist als Vorarbeiter. Die Vorbereitungskurse kosten rund 9’700 bis 15’000 Franken, der Bund zahlt nach der Prüfung die Hälfte zurück. Poliere verdienen im Schnitt 8’260 Franken im Monat.
Die meisten Seiten zu diesem Thema listen Schulen auf und hören dort auf. Wichtiger ist, was dazwischen passiert: Der Fachausweis als Vorarbeiter ist keine Pflicht, eine falsch adressierte Kursrechnung kostet dich den Bundesbeitrag, Grenzgänger gehen beim Bund leer aus, und mit dem Polier wechselst du in einen anderen Vertrag. Wir haben die Prüfungsordnung, die Regeln des Bundes, den Landesmantelvertrag (LMV), den Baukadervertrag und das Reglement des Parifonds Bau gelesen, Stand Oktober 2026, und die Kosten an einem Beispiel durchgerechnet.
Drei Stufen vom Maurer zum Polier
Der übliche Weg hat drei Stufen: Lehre als Maurer EFZ, dann Bauvorarbeiter, dann Baupolier. Vorarbeiter und Polier sind je eine eidgenössische Berufsprüfung mit Fachausweis. Getragen werden beide vom Baumeisterverband, Infra Suisse, dem Verband der Betonbohr- und Betonschneideunternehmungen, Baukader Schweiz, Unia und Syna, so steht es in der Wegleitung zur Polierprüfung.
Der Unterschied liegt in der Verantwortung. Der Vorarbeiter führt eine kleine Gruppe und sorgt dafür, dass Aufträge richtig ausgeführt werden. Der Polier plant die Arbeit auf der ganzen Baustelle, koordiniert die Einsätze, schreibt die Rapporte und führt ein Team von bis zu 20 Leuten. Er trägt Verantwortung für Termine, Budget und Sicherheit. Für Strassenbau, Grundbau und Gleisbau gibt es eigene Polierprüfungen. Wer danach weiter will, geht zum Bauführer und zum Baumeister, beides höhere Fachprüfungen.

Eine Prüfung ist nicht der einzige Weg zum Titel. Nach Art. 38 des LMV kommt in die Lohnklasse V, wer die eidgenössische Vorarbeiterprüfung bestanden hat oder vom Arbeitgeber zum Vorarbeiter ernannt wird. Beim Polier ist es gleich: Der Baukadervertrag zählt als Polier, wer die Berufsprüfung hat oder vom Betrieb ausdrücklich ernannt wurde. Der Fachausweis hat aber einen Vorteil, den eine Ernennung nicht hat: Er gilt in jedem Betrieb. Bevor du dich anmeldest, prüfst du deshalb, ob du zugelassen wirst.
Wer zur Polierprüfung zugelassen wird
Es gibt drei Wege zur Prüfung, alle mit mindestens zwei Jahren Führung auf Baustellen im Bauhauptgewerbe:
- EFZ aus dem Bau: Maurer, Bauwerktrenner, Strassenbauer, Gleisbauer, Grundbauer, Pflästerer oder Industrie- und Unterlagsbodenbauer, danach mindestens fünf Jahre auf Baustellen.
- Anderes EFZ oder gymnasiale Maturität: danach mindestens sechs Jahre auf Baustellen.
- Berufsprüfung, höhere Fachprüfung, höhere Fachschule oder Hochschule: danach zwei Jahre in einer Führungsfunktion auf Baustellen.
Die Führungserfahrung sammelst du laut Wegleitung «in der Regel» als Vorarbeiter oder als Polier. Den Fachausweis als Vorarbeiter verlangen die Zulassungsbedingungen aber nicht, und auch der Besuch eines Vorbereitungskurses ist keine Bedingung. Ein paar Details zählen beim Rechnen der Jahre: Vorbereitungskurse gelten als Berufserfahrung, eine Zusatzlehre im Bauhauptgewerbe zählt ein Jahr. Wer unter 80 Prozent arbeitet, bekommt die Zeit nur anteilig angerechnet, und die Erfahrung musst du grundsätzlich in der Schweiz nachweisen, mit unterschriebenen Arbeitsbestätigungen deiner Arbeitgeber.
Strenger sind manche Schulen. Die Polierschule am Campus Sursee nimmt laut Kursseite Vorarbeiter mit einem Notendurchschnitt von 4,7 und Praxisausweis auf, alle anderen machen eine Aufnahmeprüfung. Wenn du unsicher bist, schick dein Dossier vorab an das Prüfungssekretariat des Baumeisterverbands. Diese Vorzulassung dauert laut bauberufe.ch in der Regel vier bis fünf Werktage.
Wie lange dauert die Polier Weiterbildung?
Der Vorbereitungskurs für die Polierprüfung dauert je nach Schule zehn Monate bis zwei Jahre neben der Arbeit. Den ganzen Weg über Vorarbeiter- und Polierschule beziffert der Campus Sursee auf zweieinhalb Jahre. Früher als fünf Jahre nach dem EFZ kannst du die Prüfung aber auf dem klassischen Weg nicht ablegen.
Den Takt gibt die Prüfung vor, denn sie findet nur einmal im Jahr statt, im Januar am Campus Sursee. Für die Prüfung vom 4. bis 15. Januar 2027 lief die Anmeldung bis am 31. Juli 2026. Der Zulassungsentscheid kam Anfang Oktober 2026, das Prüfungsprogramm folgt Mitte November, und den Fachausweis gibt es am 2. April 2027. Für diese Runde ist die Anmeldung geschlossen, wer neu einsteigt, plant auf eine spätere. Die Daten dafür publiziert der Baumeisterverband auf bauberufe.ch.
Bis acht Wochen vor Prüfungsbeginn kannst du deine Anmeldung zurückziehen, danach nur noch aus einem entschuldbaren Grund wie Krankheit, Unfall oder einem Todesfall im engeren Umfeld.
Was die Polierprüfung verlangt
Die Prüfung dauert insgesamt 765 Minuten und hat fünf Teile. Am schwersten wiegt die geleitete Fallarbeit: 390 Minuten, in denen du ein Bauprojekt planst und dokumentierst. Dazu kommen ein Fragenmix von 60 Minuten, ein Postkorb und kleine Fallbeschreibungen von zusammen 120 Minuten, eine mündliche Prüfung von 105 Minuten mit einem simulierten Führungsgespräch und eine praktische Prüfung von 90 Minuten. In der mündlichen Prüfung sind keine Hilfsmittel erlaubt.
Bestanden hast du, wenn die Gesamtnote und jeder einzelne Prüfungsteil mindestens eine 4,0 erreichen. Ein starker Teil gleicht einen schwachen also nicht aus. Die Gebühr für 2027 beträgt 1’800 Franken, bei einer Wiederholung 900 Franken. Für die Vorarbeiterprüfung sind es 1’300 Franken.

Auf derselben Seite findest du Musteraufgaben und die komplette Prüfung 2025 zum Herunterladen, die beste Vorbereitung auf das Format. Die Liste der erfolgreichen Kandidaten aus der Deutschschweiz zählt für die Prüfung im Januar 2026 109 Namen. Eine Erfolgsquote veröffentlicht die Trägerschaft nicht. Der Campus Sursee nennt in einer eigenen Übersicht für die neue Prüfung 71 Prozent bestandene Absolventen im Jahr 2025 und 79 Prozent 2026, an den übrigen Deutschschweizer Schulen im Schnitt 68 und 72 Prozent. Mit der alten Prüfung lagen die Werte meist höher. Rechne also damit, dass rund jeder Vierte durchfällt.
Was die Polier Weiterbildung kostet
Der grösste Posten ist der Vorbereitungskurs. Die Preise der Polierkurse liegen zwischen knapp 9’700 und 15’000 Franken, je nach Schule und Form:
| Schule | Form | Dauer | Preis in Fr. |
|---|---|---|---|
| Campus Sursee | Blockkurse | 37 Kurstage | 9’685 (exkl. MWST) |
| Baukaderschule Burgdorf | Mittwochabend und Samstagmorgen | 10 Monate | 9’900 |
| ibW Chur | freitags, 9 Module | 2 Blöcke | 10’500 |
| GBS St. Gallen | Blockunterricht Mo bis Fr | 1 Jahr | 11’800 |
| Baugewerbliche Berufsschule Zürich | berufsbegleitend | 4 Semester | 14’970 inkl. interner Prüfung |
Die Preise stammen von den Kursseiten auf berufsberatung.ch und vom Campus Sursee. In Zürich setzen sie sich aus vier Semestern zu 3’250 Franken und einer internen Schlussprüfung von 1’970 Franken zusammen. Beim Campus Sursee steht neben dem Kurspreis ein «AVV-Zuschlag» in gleicher Höhe. Bei der Unterkunft bezeichnet der Campus damit einen Zuschlag für Nichtmitglieder des Baumeisterverbands. Frag deshalb vor der Anmeldung, ob er für deinen Betrieb gilt, denn er würde den Kurspreis verdoppeln. Auf Französisch bereitet die Ecole de la Construction in Tolochenaz vor, auf Italienisch das Centro di formazione professionale SSIC in Gordola.
Dazu kommen Nebenkosten. In Sursee kostet ein Zimmer mit Frühstück 66 Franken im Zweibettzimmer oder 81 Franken im Einzelzimmer, ein Mittag- oder Abendessen 16,65 Franken. In Burgdorf rechnet die Schule mit drei bis vier Stunden Selbststudium pro Woche. Und wer über die Vorarbeiterschule kommt, hat diese auch schon bezahlt: Am Campus Sursee kostet sie 13’765 Franken für zehn Wochen. Ein grosser Teil davon kommt zurück, wenn du die Regeln des Bundes kennst.
Bundesbeiträge: die Hälfte zurück, wenn die Rechnung stimmt
Der Bund erstattet dir 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren zurück, höchstens 9’500 Franken pro Berufsprüfung. So steht es in den Antworten des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Ausbezahlt wird nach der Prüfung, und zwar unabhängig davon, ob du bestanden hast. Den Antrag stellst du im Onlineportal des Bundes, spätestens zwei Jahre nach dem Prüfungsentscheid. Die Bearbeitung dauert in der Regel bis zu drei Monate.
Drei Bedingungen entscheiden, ob du das Geld bekommst:
- Der Kurs steht im Jahr, in dem er beginnt, auf der Meldeliste des Bundes. Frag die Schule danach, bevor du dich anmeldest.
- Die Rechnung lautet auf deinen Namen, und du hast sie selbst bezahlt. Zahlt dein Arbeitgeber die Schule direkt, fällt dieser Betrag weg.
- Dein steuerlicher Wohnsitz liegt beim Prüfungsentscheid in der Schweiz. Grenzgänger sind ausgeschlossen.
Punkt zwei ist die häufigste Falle, wenn sich der Betrieb beteiligt. Der Baumeisterverband empfiehlt Arbeitgebern in seinem Merkblatt zur Weiterbildungsvereinbarung deshalb, das Geld dir zu geben, nicht der Schule. Dein Anspruch beim Bund ändert sich dadurch nicht. Ob du den Bundesbeitrag danach an den Betrieb weitergibst, regelt ihr in der Vereinbarung, etwa als Darlehen.
Das gleiche Merkblatt hält fest: Die Vorarbeiterschule gilt als Teil der Vorbereitung auf die Polierprüfung und ist beitragsberechtigt, wenn du danach die Polierprüfung ablegst. Machst du nur die Polierprüfung, rechnest du beide Kurse dort ab, zusammen aber höchstens bis 9’500 Franken, und die Vorarbeiterschule darf höchstens sieben Jahre vor der Prüfung begonnen haben. Legst du beide Prüfungen ab, rechnet jeder Kurs mit seiner eigenen Prüfung ab. So lesen wir die Obergrenze, die das SBFI «bei einer Berufsprüfung» festlegt. Lass dir das vor Kursbeginn von der Abwicklungsstelle für Bundesbeiträge beim SDBB bestätigen, denn es geht um über 2’000 Franken.

In unserem Beispiel bleiben von 26’550 Franken nach den Bundesbeiträgen 14’825 Franken bei dir, ohne Unterkunft, Essen und Lohnausfall. Wer das Geld nicht vorschiessen kann, darf schon vor der Prüfung Teilbeiträge beantragen. Das geht aber nur, wenn die direkte Bundessteuer in der letzten Veranlagung unter 88 Franken lag und du mindestens 3’500 Franken Kursgebühren bezahlt hast. Den Bundesbeitrag deklarierst du in der Steuererklärung als übrige Einkünfte, Kurskosten und Beitrag derselben Steuerperiode werden verrechnet. Für die Tage im Kurs gibt es noch eine zweite Quelle.
Parifonds Bau: Geld für die Kurstage
Der Parifonds Bau zahlt für die Polierschule und die Vorarbeiterschule eine Pauschale von 250 Franken pro Kurstag. Bei den 37 Kurstagen in Sursee sind das 9’250 Franken. Das Geld soll den Lohnausfall abfedern. Ausbezahlt wird es nach dem Reglement 2026 in der Regel an den Betrieb, solange du dort angestellt bist, obwohl der Anspruch bei dir liegt.
Damit du den Anspruch hast, musst du in den 24 Monaten vor Kursbeginn mindestens neun Monate Beiträge an den Parifonds bezahlt haben, sechs davon in den letzten zwölf Monaten. Unter dem LMV zieht dir der Arbeitgeber dafür 0,7 Prozent vom Lohn ab. Der Kurs muss vom Parifonds anerkannt sein, was der Campus Sursee für seine Polierschule ausweist, und du musst mindestens 70 Prozent der Kurstage anwesend sein. Geltend machen kannst du die Pauschale bis ein Jahr nach Kursende. In Genf, Neuenburg, im Tessin, in der Waadt und im Wallis gelten für angeschlossene Betriebe kantonale Fonds mit eigenen Regeln.
Wichtig für dein Gespräch mit dem Chef: Der LMV gibt dir pro Jahr Anspruch auf höchstens fünf freie Arbeitstage für Weiterbildung, aber ohne Lohn und ohne Kurskosten. Alles darüber hinaus müsst ihr vereinbaren, und zwar vor Kursbeginn. Der Baumeisterverband rät dazu, in der Vereinbarung festzuhalten, wer Kurs, Lohn und Spesen trägt und was du zurückzahlst, wenn du den Betrieb verlässt. Kündigt der Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen, greift eine solche Rückzahlung laut Merkblatt nicht.
Wie viel mehr verdient ein Polier?
Im Durchschnitt verdienen Poliere 2026 laut der Lohnerhebung des Baumeisterverbands 8’260 Franken im Monat. Vorarbeiter kommen auf 7’089 Franken, gelernte Bauarbeiter der Lohnklasse Q auf 6’494 Franken. Zwischen Q und Polier liegen also 1’766 Franken im Monat, bei 13 Monatslöhnen knapp 23’000 Franken im Jahr. Der Verband selbst rechnet vor, dass eine Weiterbildung im Durchschnitt 600 Franken mehr im Monat bringt.
Das sind Durchschnitte, keine Zusage. Unter den Polieren sind viele mit langer Erfahrung, und laut Verband verdienen die bestbezahlten 20 Prozent der Poliere rund 20 Prozent mehr als die tiefstbezahlten 20 Prozent. Wie viel du bekommst, verhandelst du selbst. Der Vergleich zeigt aber die Grössenordnung: Gegenüber dem Durchschnitt der Vorarbeiter liegt der Polier 1’171 Franken im Monat höher, gut 15’000 Franken im Jahr. Rein rechnerisch ist ein eigener Anteil von 14’825 Franken damit nach etwa einem Jahr wieder drin, vor Steuern und ohne den Lohnausfall während der Kurstage.
Die Mindestlöhne liegen näher beieinander. Für Poliere gelten seit März 2026 laut Baukadervertrag 6’847 Franken in der Zone Rot (Region Basel und Genf), 6’589 Franken in der Zone Blau (unter anderem Zürich, Bern, Aargau, Luzern und St. Gallen) und 6’333 Franken in der Zone Grün (Glarus, Tessin und Teile Graubündens). Im Kanton Zürich liegt der Polier damit nur 147 Franken über dem Mindestlohn eines Vorarbeiters. Wie die Lohnklassen des LMV funktionieren, erklären wir im Beitrag zu den Löhnen nach LMV 2026.
Eine Klausel solltest du kennen: Der Baukadervertrag erlaubt einen tieferen Lohn als den Mindestlohn, wenn ihr das schriftlich vereinbart. Bist du damit nicht einverstanden, kannst du innert sechs Monaten die paritätische Aufsichtskommission anrufen. Unterschreib also nicht vorschnell.
Was sich mit dem Polier-Vertrag ändert
Als Polier fällst du aus dem LMV heraus, denn Art. 5 nimmt Poliere und Werkmeister ausdrücklich aus. Für dich gilt dann der Baukadervertrag zwischen Baumeisterverband, Baukader Schweiz, Unia und Syna, sofern dein Betrieb ihn anwendet. Das steht in deinem Arbeitsvertrag.
Einiges wird besser. Statt fünf unbezahlten Tagen für Weiterbildung hast du Anspruch auf bis zu fünf bezahlte Arbeitstage pro Jahr. Ab dem zweiten Dienstjahr beträgt die Kündigungsfrist drei Monate. Bei Krankheit oder Unfall zahlt der Betrieb je nach Dienstjahren einen bis sechs Monate den vollen Lohn, und für die Pensionskasse zahlt er mindestens 6 Prozent des Lohns, über 45 Jahren 7 und über 55 Jahren 7,5 Prozent.
Anderes musst du wissen. Die Probezeit dauert drei statt zwei Monate. Und zehn Stunden im Monat für Vorbereitung, Kontrollen und Rapporte gelten als im Monatslohn enthalten, wenn ihr nichts anderes vereinbart. Die Frühpensionierung bleibt dir: Poliere unterstehen weiterhin dem FAR. Wie die FAR-Rente funktioniert, haben wir separat aufgeschrieben. Wer später Bauführer wird, fällt allerdings aus dem FAR heraus, denn der GAV FAR zählt Bauführer zum leitenden Personal.
Dein nächster Schritt
Wenn du Polier werden willst, fang mit den Papieren an, nicht mit der Schule:
- Zähl deine Jahre auf Baustellen und deine Zeit als Gruppenführer oder Vorarbeiter. Hol dir Arbeitsbestätigungen mit Funktion, Dauer und Pensum, die Vorlage gibt es auf bauberufe.ch.
- Schick das Dossier zur Vorzulassung an das Prüfungssekretariat.
- Wähl eine Schule und frag, ob der Kurs auf der Meldeliste des Bundes steht und beim Parifonds anerkannt ist.
- Schliess mit deinem Betrieb eine Weiterbildungsvereinbarung ab, bevor der Kurs beginnt, und lass die Kursrechnung auf deinen Namen ausstellen.
- Melde dich nach der Prüfung innert zwei Jahren beim Bund für den Beitrag.
Bau-Stellen im Kanton Luzern
Wenn du für die Weiterbildung die Stelle wechselst, frag im Bewerbungsgespräch direkt nach Kursbeiträgen, Lohn während der Kurstage und einer Weiterbildungsvereinbarung.
Bau-Stellen in der Stadt Zürich
Auch im Kanton Bern findest du Stellen auf dem Bau. Achte in Inseraten für Poliere darauf, ob der Betrieb den Baukadervertrag anwendet, denn davon hängen Mindestlohn, bezahlte Weiterbildungstage und Kündigungsfristen ab.
Häufige Fragen
- Kann ich ohne Maurerlehre Polier werden?
- Ja. Mit einem anderen eidgenössischen Fähigkeitszeugnis oder einer gymnasialen Maturität brauchst du sechs statt fünf Jahre Berufserfahrung auf Baustellen im Bauhauptgewerbe, zwei davon in einer Führungsfunktion. Über ausländische Abschlüsse entscheidet die Prüfungskommission. Sie kann dafür eine Einstufung durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation verlangen.
- Bekomme ich als Grenzgänger Bundesbeiträge für den Polierkurs?
- Nein. Der Bund zahlt nur an Personen, deren steuerlicher Wohnsitz beim Prüfungsentscheid in der Schweiz liegt. Grenzgänger und internationale Wochenaufenthalter schliesst er ausdrücklich aus. Die Tagespauschale des Parifonds Bau hängt dagegen an deinen Beiträgen und nicht am Wohnort. Rechne deshalb mit den vollen Kurskosten und kläre früh, was dein Arbeitgeber übernimmt.
- Was kostet es, wenn ich die Polierprüfung nicht bestehe?
- Den Bundesbeitrag bekommst du trotzdem, denn er hängt nur davon ab, dass du die Prüfung abgelegt hast. Für die Wiederholung zahlst du eine ermässigte Gebühr, die laut Wegleitung von der Zahl der Prüfungsteile abhängt, die du nochmals machst. Für die Prüfung 2027 nennt der Baumeisterverband 900 Franken. Kurse, die du für den zweiten Anlauf besuchst, kannst du bis zur Obergrenze zu den bisherigen Kursgebühren dazurechnen.
- Zählt meine Erfahrung, wenn ich Teilzeit arbeite?
- Ja, aber nicht immer voll. Ab einem Pensum von 80 Prozent zählt ein Jahr als ganzes Jahr, darunter wird es anteilig angerechnet. Auch längere Abwesenheiten über 20 Prozent des Jahrespensums kürzen die angerechnete Zeit. Beim Parifonds Bau gibt es unter 70 Prozent Pensum eine entsprechend gekürzte Tagespauschale.
- Gibt es die Polierprüfung auch auf Französisch oder Italienisch?
- Ja. Die Prüfung wird in allen drei Amtssprachen ausgeschrieben, und du gibst bei der Anmeldung deine Prüfungssprache an. Vorbereitungskurse gibt es auf Französisch in Tolochenaz und auf Italienisch in Gordola.
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